Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen
Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt -
das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser
Schöpfung ist - und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern,
sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum
hineingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn wenn das
Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh, auf die
Unreinen gesprengt, zur Reinheit des Fleisches heiligt, wieviel mehr wird
das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist [als Opfer]
ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken,
damit ihr dem lebendigen Gott dient! Und darum ist er Mittler eines neuen
Bundes, damit, da der Tod geschehen ist zur Erlösung von den
Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen die
Verheißung des ewigen Erbes empfangen.
Hebräer 9,11-15
Ich kann jetzt leider aus Zeitgründen gar nicht auf alles
eingehen, was in diesem kurzen Bibelabschnitt alles angesprochen wird.
Aber besonders wichtig finde ich in diesem Abschnitt, daß Jesus
nicht nur unsere Sünden ans Kreuz getragen hat, sondern daß
er durch sein Blut auch unser Gewissen reinigt von "toten
Werken".
Nun kann das erst richtig klar werden, wenn man weiß, was mit
toten Werken überhaupt gemeint ist. Ich verstehe das so,
daß wir Menschen gerne ganz gut dastehen wollen, auch vor Gott.
Und wir denken dann, wir müssen gute Werke tun, um vor Gott
bestehen zu können, also versuchen wir, "gute" Werke zu
tun, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Unser schlechtes Gewissen
(hier habe ich was falsch gemacht, da habe ich nicht richtig
gehandelt, jetzt muß ich aber auf der Habenseite auch mal was
ansammeln) drängt uns dazu, irgendetwas zu tun, das wir für
gut halten, um dann vor Gott "sauber" zu sein.
Dabei geht das alles sehr viel einfacher! Jesus hat bereits für
unsere Sünden bezahlt. Er vergibt uns unsere Schuld, wenn wir sie
vor ihm bekennen. Aber wir sollen nicht aus dem schlechten Gewissen
heraus "gute" Dinge tun - das sind nämlich tote Werke.
Tot deshalb, weil sie nicht durch das Leben Jesu in uns getan werden,
sondern aus einem schlechten Gewissen heraus. Und von dieser Art des
Handelns macht uns das Blut Jesu frei.
Stattdessen sollen wir zwar "gut" handeln, aber mit einer
ganz anderen Motivation: Die Liebe zu Gott und die Liebe zu unseren
Mitmenschen sollen der Antrieb dazu sein. Solche "Werke"
sind dann aber auch lebendig, denn sie stammen aus der Quelle des
Lebens.